„Es gibt Möglichkeiten für mich, gewiss, aber unter welchem Stein liegen sie?“ (Franz Kafka)

Verband Freier Psychotherapeuten, Heilpraktiker für Psychotherapie und Psychologischer Berater e.V. (VFP) National Guild of Hypnotists zertifiziert nach Institut für klinische Hypnose Ausgebildeter Hypnotiseur Advanced Level

Entspannungsverfahren

Entspannung

Schaut man genauer hin, so wird man feststellen, dass hinter vielen körperlichen und seelischen Leiden ein Übermaß an Druck, Anspannung oder Stress steht. Unsere körperlichen Reaktionen haben mit der allgemeinen Entwicklung der Welt nicht standgehalten und reagieren auf „Gefahr“ genauso wie seinerzeit der Steinzeitmensch auf den Anblick eines hungrigen Säbelzahntigers.

Wobei der Säbelzahntiger die Schwiegermutter, der Zahnarzt, der Chef, die Kinder, die rote Ampel, die Schlange an der Kasse, die pubertierenden Kinder, die bevorstehende Prüfung, der Kollege gegenüber und so weiter sein kann. Die Liste lässt sich beliebig fortsetzen und Ihnen fällt dabei sicherlich noch einiges anderes dazu ein. Aber die körperliche Reaktion auf unsere ganz persönlichen Säbelzahntiger ist immer noch wie vor 12.000 Jahren: Cortisol, Adrenalin und Noradrenalin werden vermehrt ausgeschüttet, der Puls rast. der Blutdruck erklimmt ungeahnte Höhen, die Haare stellen sich auf (das Fell sträubt sich), der Atem wird flacher, die Muskeln spannen sich an. Schweiß bricht aus und alles ist auf Angriff oder schnelle Flucht programmiert und dann…

… dann passiert erst mal nichts. Wir dürfen nicht brüllend durchs Büro toben (außer wir sind der Chef und auch dann sollte man es vermeiden), wir dürfen die Schwiegermutter, die Kinder, den Kollegen oder die Menschen an der Schlange vor uns nicht einfach erschlagen, wir können uns nicht unter dem Zahnarztstuhl verstecken – er findet uns ja doch und wenn wir aus der bevorstehenden Prüfung rennen, schafft das vorübergehende Erleichterung, nützt auf Dauer aber nichts.

Wenn wir nicht lernen unsere steinzeitlichen Reaktionen in den Griff zu bekommen, dann bekommen diese uns in den Griff. Sie bleiben einfach bei uns, denn sie werden ja permanent gebraucht. Und so steigt der Blutdruck ständig - genau wie der Ruhepuls, durch die Stresshormone im Blut stellen sich Ess- und Schlafstörungen ein, das Immunsystem wird geschwächt, Durchblutungsstörungen führen zu Fehlern und Konzentrationsschwächen. Und so beginnt ein unseliger Kreislauf. Sag Du es ihm, sagte die Seele zum Körper – auf mich will er ja nicht hören! Ja und bevor Ihnen Ihr Körper unmissverständlich mitteilt, was er von dem Dauerstress hält: Lernen Sie sich zu entspannen und Ihre Körperreaktionen wieder herunterzufahren.

Es gibt die verschiedensten Verfahren und Techniken um Entspannung zu lernen. Das Ziel ist immer die Entspannungsreaktion, die sich in einer Aktivierung des Parasympathikus und einer Schwächung des Sympathikus äußert: die Muskelspannung löst sich, die Herzfrequenz verlangsamt, der Blutdruck sinkt, die Hautleitfähigkeit verringert sich (das Schwitzen hört auf), der Sauerstoffverbrauch sinkt (man bekommt wieder Luft) die Atmung wird tiefer und ruhiger. Dadurch wird man gelassener, stressresistenter, zufriedener, die körperliche und geistige Leistungsfähigkeit steigt.

Aber: Wie auch sonst im Leben haben auch hier die Götter vor den Erfolg den Fleiß gesetzt. Alle Verfahren und Techniken müssen geübt werden, denn je öfter und stärker die Entspannungsreaktion wiederholt wurde, desto schneller kann sie im Alltag aktiviert und auch in stressigen Situationen abgerufen werden. Welches Entspannungsverfahren bzw. welche Technik Sie wählen, bleibt ganz Ihrem persönlichen Temperament und Empfinden vorbehalten. Beim Training eines Entspannungsverfahrens lernen Sie Ihre Gedanken und Ihren Körper bewusst zu beeinflussen. So gehen manche Verfahren mehr über den Körper, wie z. B. die progressive Muskelentspannung, Qui Gong oder Yoga, manche Verfahren trainieren eher die Psyche und den Geist, wie z. B. das autogene Training oder Meditation.
Nicht vergessen wollen wir neben all den Verfahren, Übungen und Methoden die entspannende Wirkung eines Spaziergangs, eines Konzerts, dem Kuscheln mit einem geliebten Menschen, dem Spielen mit einem Kind, das Ausüben eines erfüllenden Hobbys, Spielabende mit Freunden oder einer Gassirunde mit dem Hund.

Und noch etwas:  Morgen ist auch noch ein Tag zum Reinstressen. Die Steinzeit ging schließlich nicht deshalb zu Ende, weil die Steine ausgingen.

Folgende Entspannungsverfahren können Sie bei uns lernen und Üben – ganz individuell ohne Gruppenzwang und zu Zeiten die Ihrem Terminkalender entsprechen:

  • Autogenes Training nach H.J. Schultz
  • Progressive Muskelentspannung nach Jacobson
  • Achtsamkeitsübungen
  • Hypnose und Selbsthypnose
  • Fantasiereisen
  • Atemtherapie
  • Biofeedbackverfahren