„Es gibt Möglichkeiten für mich, gewiss, aber unter welchem Stein liegen sie?“ (Franz Kafka)

Verband Freier Psychotherapeuten, Heilpraktiker für Psychotherapie und Psychologischer Berater e.V. (VFP) National Guild of Hypnotists zertifiziert nach Institut für klinische Hypnose Ausgebildeter Hypnotiseur Advanced Level

Depressionen

Depressionen

Depression hat viele Gesichter…
Vielleicht haben Sie auch schon einmal gefragt, bin ich eigentlich nur traurig und verstimmt oder bereits depressiv? Auch wenn die Gedanken und Gefühle immer wieder im Kreis wandern, hier finden Sie hilfreiche Informationen zu dem leidvollen Thema Depressionen.

Allgemeine Informationen
Der Begriff der Depression wird ja schon fast inflationär benutzt, dabei handelt es sich bei der echten Depression um eine sehr ernste im Endeffekt lebensbedrohende psychiatrische Erkrankung, der Übergang vom unbestimmten Missempfinden zum Burn Out oder gar einer tiefen Depression ist meist schleichend. Man schätzt daß etwa 12 Mio Menschen in Deutschland eine Veranlagung für diese Krankheit in sich tragen. Auch die echte tiefe Depression kann heutzutage gut behandelt werden. Es ist wichtig zu wissen, dass sie nicht aus falschem Verhalten, Denken oder Fühlen entsteht. Nahezu alle Depressiven haben einen gestörten Gehirnstoffwechsel bzw. einen Mangel an bestimmten Gehirnbotenstoffen und eben dieser Mangel führt dann zu all den quälenden Symptomen. Mittelschwere und  schwere Depressionen sollten von ärztlichen Psychotherapeuten oder Psychiatern behandelt werden. Im Zusammenhang und in Absprache mit Ihrem Behandler stehen wir Ihnen aber gerne begleitend und unterstützend zur Seite.

Symptome
Wichtig für die Diagnose einer „echten“ Depression ist, dass die Symptome mindestens seit einigen Wochen andauern und dem Erkrankten in seinem persönlichen Leben als auch in seinem privaten Umfeld beeinträchtigen. Schlaflosigkeit kann ein erstes Warnzeichen sein. Wer regelmäßig zu früh aufwacht und dann Probleme wälzt, verliert die Fähigkeit sich zu erholen.
Die Depression äußert sich in den Gedanken: Anhaltende Herabgestimmtheit, endloses Grübeln, Konzentrationsschwierigkeiten, Hoffnungslosigkeit, Ausweglosigkeit, Denkhemmungen, mangelnde Kreativität, selbstabwertende und selbstverurteilende Gedanken, Entscheidungsschwierigkeiten, Selbstvorwürfe. Auffassungsschwierigkeiten, Aber auch körperlich: Schlafstörungen – bzw. Schlaf ohne echte Erholung, Frühes Erwachen mit Schlaflosigkeit, Essstörungen wie Appetitverlust oder Heißhunger, Kopfschmerzen, Schmerzen im Nacken, in den Schultern, Unruhe, Kribbeln, Ziehen im Körper, Herzstechen und Rasen, Schwindel, Augenflimmern, Zittern, kalte Hände oder Hitzewallungen, Druckgefühl in der Brust, Kloßgefühl im Hals, Magendruck, Durchfall oder Verstopfung, die Sinneswahrnehmungen (Sehen, Hören, Schmecken, Riechen, Fühlen) sind eingeschränkt, das sexuelle Verlangen nimmt ab – Libidoverlust, diffuse körperliche Missempfindungen. Die Gefühlwelt verändert sich: Morgendliches Stimmungstief das im Laufe des Nachmittags und Abends aufhellt, Gefühl der Gefühllosigkeit, Antriebslosigkeit bis hin zu einer seelischen Lähmung, sich überfordert fühlen, Verzweiflung, Hoffnungslosigkeit, ussichtslosigkeit, Mutlosigkeit, Ängste, wie Angst vor der Zukunft, Angst nicht mehr gesund zu werden, usw. Einsamkeitsgefühle, Niedergeschlagenheit, Freudlosigkeit, Trübsinn, Schwermut, Lustlosigkeit, Interesselosigkeit,  erhöhte reizbarkeit, Unfähigkeit, sich zu freuen bis hin zu Gefühllosigkeit und innerer Leere,  Gefühls- und Denkhemmung, Stimmungsschwankungen, Selbstvorwürfe, Minderwertigkeitsgefühle, Schuldgefühle, Schwierigkeiten im Zwischenmenschlichen Bereichen – sei es Beruf, Familie oder Freunde, Keine Freude mehr an Dingen die einem früher gefielen, Selbstisolierung, Aggressivität und schlussendlich verändert sich auch das Verhalten: Antriebsmangel, Rückzug von Freunden, dem Partner, den Arbeitskollegen, scheinbar grundloses Weinen,  Kleinste alltägliche Verrichtungen wie das Zähneputzen fallen schwer, Hobbys werden vernachlässigt oder aufgegeben, Neigung zu Fehlern, mangelnde Flexibilität und Unternehmungslust, kein Sport mehr, Körperpflege und Kleidung wird vernachlässigt – ebenso die Wohnung, allgemeine Verhaltensstörungen können auftreten.
Auf Grund der Vielfalt der Symptome wird die Erkrankung oft nicht als Depression erkannt sondern fehlinterpretiert und somit wird nur an den einzelnen Krankheitsbildern „herumgedoktort“.

Ursachen
Die eigentlichen Ursachen der Depressionen sind nicht genau geklärt und mannigfaltig. Ganz sicher spielt eine genetische Disposition eine Rolle, aber auch Traumata, Jet-Lag, Schichtarbeit, dauerhafter Schlafmangel, übermäßiger Stress, Lichtmangel (Winterblues), hormonelle Gründe (Pubertät, Schwangerschaft, Babyblues, Wechseljahre, Schilddrüsenerkrankungen), nie verarbeitete Erlebnisse aus der frühen Kindheit, Drogen und Medikamente, schwere Erkrankungen und gravierende Veränderungen im Leben (Tod eines nahen Familienangehörigen, Arbeitslosigkeit, Eintritt ins Rentenalter etc) können die Ursache einer Depression sein. Oft ist der Übergang von einer begründeten Trauer oder Herabgestimmtheit zur Depression schleichend und fast immer liegt bei den Betroffenen eine Stoffwechselstörung im Gehirn vor, die dann die Depression entstehen lässt. Wichtiger als die (Suche nach der) Ursache ist die professionelle und gezielte Behandlung der Krankheit!

Behandlungsformen
Es gibt verschiedene Formen der Behandlung einer Depression, die auch meist kombiniert werden. Je früher die Erkrankung erkannt und behandelt wird, desto größer sind auch die Erfolgsaussichten auf schnelle Heilung. Die meisten depressiv Erkrankten können effektiv behandelt werden und wieder ein normales, erfülltes Leben führen.

Meist wird pharmakologisch behandelt mit so genannten Antidepressiva. Die Medikamente sollen die Hirnbotenstoffe wieder ins Gleichgewicht bringen und normalisieren. Es ist wichtig zu wissen, dass die Wirkung nicht sofort eintritt sondern oft erst nach rund zwei Wochen. Deshalb sollte die Betreuung bei schweren Depressionen in dieser Zeit sehr engmaschig sein. Wichtig zu wissen ist in diesem Zusammenhang: Antidepressiva machen nicht süchtig. Nicht jedes Medikament hilft jedem Erkrankten, oftmals erfordert es viel Geduld bis man das Mittel der Wahl gefunden hat – und dann sollte es auch lange genug eingenommen werden um Rückfällen vorzubeugen.
In leichten Fällen haben sich auch hochdosierte Johanniskrautpräparate bewährt. Auf keinen Fall sollten nur Antidepressiva als Stimmungsaufheller genommen werden, sondern begleitend unbedingt eine psychotherapeutische Behandlung machen. Bei der Behandlung von leichten und mittelschweren Depressionen ist eine Psychotherapie oft wirksamer als Medikamente. Hier können wir Sie gerne unterstützen. Zum Einsatz kommen die Gesprächstherapie, die kognitive Verhaltenstherapie, die analytische und tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie. Aber auch die Gestalttherapie, Hypnosetherapie sowie verschiedene Gesprächs- und Körper-Psychotherapeutische Ansätze, kommen in der Behandlung zum Einsatz. Wichtig ist auch das Erlernen von Entspannungstechniken und oftmals hilft Sport. In gruppentherapeutischen Verfahren wird versucht, die Tendenz zum Rückzug zu überwinden, die verringerten Interaktionsmöglichkeiten zu bessern und die oft reduzierte Fähigkeit, Hilfe in Anspruch zu nehmen, zu fördern. Auch die Angehörigen können in die Therapie einbezogen werden. Rollenspieltechniken (zum Beispiel Psychodrama nach Moreno) können unter anderem helfen, den eigenen, oft eingeengten und festgefahrenen Blick zu überwinden. Bei leicht- bis mittelgradigen depressiven Episoden im Rahmen einer saisonalen Depression (Winterblues) hilft die Lichttherapie. Hierbei sitzen die Patienten täglich etwa 30 Minuten vor einem Leuchtschirm, der helles weißes Licht ausstrahlt. Bei schweren Verläufen mit hohem Leidensdruck und einem nicht zufriedenstellenden Ansprechen auf ambulante Therapie und Psychopharmaka ist eine Behandlung in einer psychiatrischen Klinik in Erwägung zu ziehen. Eine solche Behandlung bietet verschiedene Vorteile: Der Patient erhält eine Tagesstruktur und es sind intensivere psychotherapeutische und medizinische Maßnahmen möglich. In diesem Rahmen kann auch kontrollierter Schlafentzug antidepressiv wirksam sein. In ganz schweren Fällen kann die Elektrokrampftherapie helfen. Die Elektrokrampftherapie wird in Narkose durchgeführt und stellt dann, wenn Medikamente bei schweren Depressionen nicht wirken, eine ernsthafte Alternative dar. Neueste Forschungen beschäftigen sich bei austherapierten Patienten auch mit so genannten Hirnschrittmachern und dies mit viel versprechenden Ergebnissen. Hilfreich können Selbsthilfegruppen sein. Sie sind aber kein Ersatz für individuelle Therapien.

Bipolare Storung
Wenn wir über Depressionen informieren, dann darf als Sonderform die Bipolare Störung nicht fehlen Etwa ein Prozent der erwachsenen Deutschen leidet an der bipolaren Form – früher manisch-depressive Erkrankung genannt. Sie ist gekennzeichnet durch einen mehr oder weniger schnellen und häufigen Wechsel zwischen sehr unterschiedlichen Krankheitsphasen.  Die depressiven Phasen der Erkrankungen sind in den Symptomen der oben beschriebenen Depression identisch, wobei hier vor allem ein verminderter Antrieb auffällt.Die Manie ist mehr oder weniger das Gegenteil einer Depression. Sie ist gekennzeichnet durch gehobene fast euphorische Stimmung, gesteigerten Antrieb und Aktivität sowie beschleunigten Denken bis zur Ideenflucht. Die Betroffenen sind fröhlich, witzig, charmant, begeisternd. Aber ebenso häufig, gereizt aggressiv und streitsüchtig. Maniker überschätzen sich häufig und besitzen keinerlei Krankheitseinsicht denn eigentlich geht es ihnen ja bombig. Durch die Neigung zu Größenideen (bis hin zum Größenwahn) ruinieren sie sich oft und ziehen dabei auch Freunde und Angehörige mit ins finanzielle Verderben. Der Wechsel zwischen den Phasen ist für die Betroffenen und ihr soziales Umfeld eine große Belastung. Das Risiko für Suizidversuche und Suchterkrankungen ist bei manisch-depressiv Erkrankten besonders hoch. Umso wichtiger ist die rasche Diagnose und Therapie.Speziell bei manisch-depressiven Störungen wird zur Phasenprophylaxe und als Wirkungsverstärker anderer Antidepressiva Lithium eingesetzt.

Angehörige und Freunde
Der gesellschaftliche Umgang mit der Depressionserkrankung ist oft schwierig. Die Depression wird immer noch tabuisiert, man spricht nicht gerne darüber, was zum einen daran liegt, dass das Wissen über diese Krankheit und ihre Ursachen in der Bevölkerung meist sehr gering ist, falsche Vorstellungen und falsche Informationen in den Köpfen existieren und verbreitet werden. Zum anderen ist aber auch die Fähigkeit der Erkrankten, ihre Krankheit zu analysieren und sie den Mitmenschen zu erklären, stark herabgesetzt. Und in gesunden Tagen sieht ein Depressionsbetroffener keine Notwendigkeit, über ehemalige krankhafte Schwierigkeiten zu berichten. Es ist auch wirklich zu viel von einem Gesunden zu verlangen, dass er die Krankheit versteht. Jemanden, der mit einer Depression nicht "in Berührung" gekommen ist, ist es nahezu unmöglich, diese Krankheit mit all ihren Symptomen zu verstehen. Oftmals wird auch eine Depression als Burn Out deklariert, da es in der heutigen Leistungsgesellschaft anscheinend positiver ist „auszubrennen“ als depressiv zu werden. Der Umgang mit einem depressiven Patienten, Freund oder Angehörigen ist nicht leicht: Menschen in einer Depression können sehr anstrengend sein, da sich ihre momentane Welt nur um ihre Befindlichkeit dreht, sie grübeln, widersprechen sich, drehen sich mit ihren Gedanken im Kreis oder sie sind still und teilen sich ihren nahestehenden Menschen nicht mit. Auch die Hilflosigkeit, die einem als Freund oder Angehöriger immer mehr bewusst wird, verunsichert enorm. Seine Hilfe besteht darin, einen klaren Knopf zu behalten, dem Betroffenen deutlich machen, dass es sich um eine Stoffwechselkrankheit handelt, die man gut behandeln kann, dass die Symptome nicht aus einem Fehlverhalten resultieren und dass er von einer vollständigen Gesundung überzeugt ist. Es ist nicht sinnvoll, lange Gespräche über krankheitsbedingte Probleme, Denk- und Verhaltensweisen zu führen, man dreht sich nur im Kreis. Allen Beteiligten muss klar sein, dass die Krankheit mit ihren Symptomen nicht aus falschem Verhalten, Denken oder Fühlen entsteht. Besser ist es, den Blick nach vorne zu richten und dem Betroffenen eine therapeutische Perspektive zu geben! Auch Mitleid und übertriebene Rücksichtnahme sind hier fehl am Platz. Auch gutgemeinte Ratschläge wie  "Nimm dich zusammen!", "Schlaf dich ´mal aus!" oder "Es wird schon wieder" helfen dem Depressionsbetroffenen keineswegs! "Luftveränderung" und Urlaub ebenso wie Festivitäten können eine Depression verschlimmern, da noch mehr Zeit zum Grübeln besteht. Für eine erfolgreiche Behandlung ist es wichtig, die verordneten Medikamente regelmäßig und ausreichend lange einzunehmen und an den Therapien teilzunehmen. Hier können Angehörige und Freunde unterstützen und helfen, die Therapien auch durchzuhalten. Es hilft, sich einer Vertrauensperson mitzuteilen. Das gilt insbesondere, bei Suizid-gedanken. Lassen Sie Ihren Angehörigen oder Freund möglichst nicht alleine. Ermuntern Sie ihn dazu zu einem Arzt zu gehen oder veranlassen sie bei akuter Selbstmordgefahr die Einweisung in ein psychiatrisches Krankenhaus. Als Angehöriger oder Freund sollten Sie vor allem realistische Erwartungen an sich selbst haben: Sie nehmen zwar eine wichtige Rolle im Behandlungsprozess ein, doch Sie können weder den Therapeuten ersetzen, noch zu jedem Zeitpunkt perfekt funktionieren.

Wenn es Ihnen aber richtig schlecht geht und Ihre Lage ausweglos erscheint oder Sie sogar an Selbstmord denken, dann scheuen Sie sich nicht, sich umgehend an Ihren Hausarzt, einen Psychiater oder das Kriseninterventionsteam Mittelfranken
Telefon: 0911 / 42 48 55 – 0 zu wenden.
Es gibt heute bereits hervorragende Medikamente die Ihnen über das große seelische Tief hinweghelfen können!